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Steuern / Umsatzsteuer 
Donnerstag, 17.09.2020

Europarechtliche Zweifel an der Umsatzbesteuerung der Leistungen von Freizeitparks zum Regelsteuersatz

Das Finanzgericht Köln hat dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) Fragen zur umsatzsteuerlichen Behandlung der Leistungen von Freizeitparks vorgelegt (Az. 8 K 1092/17).

Schaustellerleistungen auf Jahrmärkten und ähnlichen temporären Veranstaltungen unterliegen nach dem deutschen Umsatzsteuerrecht nur dem ermäßigten Steuersatz von 7 %. Demgegenüber werden Schaustellerleistungen in ortsfesten Vergnügungs- bzw. Freizeitparks mit dem Regelsteuersatz von 19 % besteuert.

Die Klägerin betrieb 2014 einen Freizeitpark. Mit der Zahlung des Eintrittsgelds erwarben die Besucher das Recht, die Einrichtungen des Parks zu nutzen. Die Klägerin beantragte, die Eintrittsgelder dem ermäßigten Steuersatz von 7 % zu unterwerfen. Das Finanzamt lehnte dies ab.

Das Finanzgericht Köln bezweifelt, ob dies tatsächlich nicht gegen den sog. Grundsatz der steuerlichen Neutralität verstößt. Hiernach dürfen zwei aus der Sicht des Verbrauchers gleiche oder gleichartige Dienstleistungen, die dieselben Bedürfnisse des Verbrauchers befriedigen, bei der Umsatzsteuer nicht unterschiedlich behandelt werden. Vor diesem Hintergrund hat das FG Köln den EuGH im Wege eines Vorabentscheidungsersuchens zur Definition der Begriffe “Jahrmärkte”, “Vergnügungsparks” und “Freizeitparks” aufgefordert und um eine Konkretisierung u. a. des Begriffs “Sicht des Durchschnittsverbrauchers” gebeten.

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